BRIO im Test: Holzeisenbahn für Kinder von heute – geht das?

BRIO Test

BRIO ist eine dieser wunderbaren Marken, die schon seit mehr als 100 Jahren ganz wunderbare Spielzeuge herstellt, die sowohl in den Kategorien Spielwert, Qualität und Design überzeugen. Doch werden die Schweden auch diese Saison wieder begeistern und wie kommen im Praxistest die Neuheiten einer solchen Traditionsfirma bei Kindern von heute an? 

Spielzeugtest BRIO

Diesmal nehme ich zusammen mit meinem Testkind Rebekka die Reisezug-Neuheiten von BRIO unter die Lupe. Mal schauen, wie die neuen Ideen so ankommen: ein klingender Ticketautomat, der neue Busbahnhof, das Aufklappverdeck an den Zügen und noch vieles mehr. Es gibt jede Menge zu entdecken!

Schon auf der Messe im Frühjahr sind mir als Bahnvielfahrerin die BRIO-Sets „Reisezug-Set mit Busbahnhof„, „Großer Hauptbahnhof mit Ticketautomat“ und „Grüner Reisezug“ durch die kindgerechte Umsetzung des modernen Bahnlebens aufgefallen und ich war ganz angetan von dem altersgerechten Handling.

Besonders die Kombination aus Holz und Plastik finde ich gelungen. Das warme Holz und ein Kunststoff, der angenehm anzufassen ist, gehen eine gelungene Kombination ein. So sind selbst die großen Bauteile nicht zu schwer und für kleine Kinderhände gut zu greifen. BRIO empfiehlt seine Eisenbahnsets ab drei Jahren: Unser Testkind ist fast drei, denn ich wollte mal schauen, wie Kinder an diesem unterem Alterszugang mit den Reisezug-Sets zurechtkommen.

Doch auch wenn ich ein gutes Näschen für Spielzeuge habe, das Endurteil geben die wahren Profis. So wird es immer wieder spannend, wenn ich einen Spielzeugtest in der harten Praxis mache und die Kinder ran lasse!

Unser Testkind

Rebekka kannte eine Holzeisenbahn aus dem Kindergarten vom Zuschauen, denn „da spielen die Großen mit“. Alles, was rummst und kracht findet sie gut. Sie ist Einzelkind und spielt im Kindergarten gerne mit anderen. Zuhause entdeckt sie grade das vertiefte Alleinspielen ohne Erwachsene. Als gute Beobachterin nimmt sie Neues in Ruhe und mit Interesse auf und weiß dann genau, was sie will. Als ich mit den Kartons zu ihr nach Hause kam, untersuchte sie mit mir die Bilder auf den Verpackungen ganz genau und kommentierte. Auf die Frage, was wir zuerst auspacken sollen, hatte sie sofort eine Antwort und traf sie ihre Entscheidung klar und deutlich.

Ausgepackt & aufgebaut

Der grüne Reisezug mit dem Schaffner hatte es ihr besonders angetan und musste als Erstes ausgepackt werden. Gleich drei Wagen sind hier dabei und es gab schon viel zu entdecken: Klappe auf, Klappe zu, Schaffner rein, Schaffner raus – was ein Glück, dass auch BRIO etwas zum Aufklappen an seinen Zügen hat. Ich persönlich finde ja, Spielfahrzeuge ohne etwas zum Klappen gehören verboten. Es dauerte nicht lang, da fuhr der grüne Reisezug schon ohne Schienen durchs Kinderzimmer. Der erste eigene Zug, was ein Spaß!

Nun waren aber die anderen Sets mit den Schienen an der Reihe. Ich bin immer noch begeistert, wie gut das Zusammenbauen klappte, obwohl meine junge Spielzeugtesterin noch keine drei Jahre ist. Die gute Verarbeitung macht es den Kinderhänden leicht, die Bauteile zusammenzustecken. Das kenne ich auch anders. Toll!

Die Spielzeit

Jetzt ging es endlich los mit all den anderen schönen Sachen von BRIO, die wir testen wollten. Die Ferienzeit ist fast vorbei, die Erinnerungen an eigene Zugfahrten sind noch frisch. Rebekka ist mit der Bahn nach Wien gefahren. Also ist klar, wohin ihr BRIO-Zug fahren sollte.

Dafür musste nun der Reisezug auf die Schienen gesetzt werden. Auch das funktionierte sofort und brachte die Augen zum Strahlen. Die Fahrt wurde rasant, die Brücke war dabei jedes Mal im wahrsten Sinn ein Höhepunkt: Rauf ging es ganz langsam, schließlich sollten ja auch alle mitkommen, und runter dann so sauseschnell, dass fast der Bahnhof vergessen wurde. „Stooop! Anhalten! Hier wollen ja Leute aussteigen und in den Bus umsteigen!“ Wie gut, dass das mit der offenen Bauweise der Bahnhöfe so einfach geht!

Ein wichtiges Detail im Reisezugset mit Busbahnhof ist der Koffer. Er ist der Renner. Er wird ein- und ausgeladen und jede Figur darf ihn mal tragen. Hierbei registriere ich als Expertin mit Zufriedenheit, dass BRIO es geschafft hat, auch für die feineren Dinge ein Stecksystem zu entwickeln, das altersgerecht ist. Die Verbindung Koffer/Hand klappt zuverlässig. Wie wichtig solche Kleinigkeiten sind, merkt man als Eltern spätestens dann, wenn das Spielzeug vor lauter Frusterlebnissen in der Ecke liegen bleibt.

Auch wenn die Schienen im wilden Spiel mal auseinander rutschten oder die Brücke wackelig wurde, schaffte meine kleine Spielzeugtesterin den Zusammenbau immer wieder alleine oder brauchte nur minimale Hilfe. Eine echte Baumeisterin!

Überhaupt gibt es viele Aha-Momente bei BRIO, die Kinder anregen und begeistern. Der Ticketautomat des großen Hauptbahnhofs klingelt und zischt, wenn man eine Spielfigur auf die rote Fläche davor stellt und diese runter drückt. Dafür braucht man ein ruhiges Händchen, aber auch das kriegen schon die Jüngsten hin.

Die Bahnhofsuhr war für Rebekka dagegen uninteressant. Nun gut, mit noch nicht drei Jahren dürfen Uhren auch noch vollkommen nebensächlich sein. So wird der Bahnhof noch mal interessanter sein, wenn Kinder älter werden. Und schließlich sollen gute Spielzeuge auch mitwachsen.

Als meine kleine Spielzeugexpertin aber herausgefunden hatte, dass die Magnetverbindungen der Züge nicht immer zusammenfinden, sondern sich auch mal abstoßen, wandelte sich das Kinderzimmer zum Physiklabor. Da wurde herumprobiert und überlegt. Ich half ihr und gab den Tipp, dass nicht alle Zugenden sich mögen und manche sich einfach nicht festhalten wollen. So kombinierte sie dann die Züge bunt durcheinander und lernte spielerisch das Prinzip des Magnetismus!

Die Qualität

Da freut sich die Spielzeugexpertin: Alle BRIO-Produkte sind etwas fürs Auge. Die klare einfache Designsprache lässt der kindlichen Fantasie viel Raum, ohne dass die Spielzeuge langweilig aussehen. Ganz im Gegenteil, einige Sachen sind so stylish, dass man sie auch als Dekoobjekte ins Wohnzimmer stellen könnte. Dabei wird aber trotz aller Ästhetik nie vergessen, für wen das Spielzeug denn eigentlich sein soll – das Kind!

Bei BRIO freut sich auch die Umwelt und Gesundheit. Das FSC-zertifizierte Buchenholz wird aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern bezogen. Alle Lacke sind speichelfest, die Metallteile sind nickelreduziert und die Kunststoffe sind hochwertige Thermoplaste, die z. B. auch von Lego verwendet werden.

Jedem Teil merkt man den hohen Anspruch an. Hier passt alles zueinander, kein Holzsplitter stört und nichts bricht ab. So muss gutes Spielzeug sein!

Kaufempfehlung: Für wen ist das Spielzeug geeignet?

  • für Mädchen und Jungen ab drei Jahren
  • für Kinder, die Spaß am Bauen und Geschichten spielen haben
  • für kleine Zappelzwerge, die sich noch nicht so gut konzentrieren können, besser ab vier Jahren
  • für Einzel- und Miteinanderspielkinder
  • für die „Drinnen“-Tage im Herbst und Winter
  • für Familien, die ein System zum Erweitern und Mitwachsen haben möchten
  • für kleine Zugfans
  • für große Designfans

Mein Fazit: Sehr gut!

Auch als Expertin hat mich der Spielzeugtest noch mal neu begeistert: Hier stimmt alles. Alle BRIO-Reisezugsets sind durch die passgenauen und kindgerechten Steckverbindungen ohne Frust zuverlässig aufzubauen und bringen dadurch schnell viel Spielspaß ins Kinderzimmer. Dabei ist alles hochwertigst und splitterfrei verarbeitet.

Nach den ersten Erfolgserlebnissen beim Aufbauen ist auch das Spielen mit der modernen Holzbahnwelt ein Knaller. Es gibt nicht nur viel zu erleben, sondern auch zu entdecken. Dabei ist viel Raum für eigene Geschichten. Ganz nebenbei wird so die Feinmotorik, wie z. B. die Hand-Augen-Motorik, die Konstruktionsfähigkeit und die Kreativität gestärkt.

Auch in Sachen nachhaltigem Spielspaß überzeugt BRIO neben dem hohen Umweltbewusstsein. Die Mama meines Testkindes berichtete mir ein paar Tage später, dass die Eisenbahn der Renner im Kinderzimmer ist und Rebekka jeden Morgen damit den Tag beginnt, bevor es in den Kindergarten geht. Und sollte es doch mal langweilig werden, kann man die Bahnsets von BRIO immer wieder erweitern!

Wer seinem Kind etwas Gutes tun will (und den erwachsenen Augen), der liegt hier goldrichtig. Eigentlich gehört in jedes Kinderzimmer ab drei Jahren eine Holzeisenbahn. Schöner kann man nicht spielend lernen!

Bis bald, Eure Nadine Müller